Prof. Helmut Millonig und sein Weg zum Erfolg 
 
Die Kunst, etwas effektvoll, formschön und überzeugend darzustellen, ist ein sicherer Weg zu mehr Bewußtheit und zum Erfolg. Prof. Millonigs Karriere ist ein Musterbeispiel dafür, was ein Mensch zu leisten vermag, wenn er von seiner Aufgabe begeistert ist, vor Unternehmungsgeist sprüht und ihm die Arbeit Freude macht.
Helmut Millonig wurde 1928 als zweiter Sohn eines Architekten in der Tiroler Marktgemeinde Wattens geboren. Als Bub wurde er vom Vater früh in der zeichnerischen Darstellung und im Erkennen von Zusammenhängen zwischen Natur, Plastik und Architektur gefördert. Vom Großvater hatte er das handwerkliche Geschick und die Liebe zu allem Lebendigen, zu Menschen, Tieren und Pflanzen, mitbekommen.
Sein erster öffentlicher Auftrag war 1953 die Herstellung der großen Plastik des Hl. Nikolaus in Innsbruck aus Veroneser Marmor. Mit den ersten Ausstellungen in Frankfurt am Main gelang ihm Mitte der 50-er Jahre der Durchbruch. Schon bald wurden besonders von deutschen Kunden zahlreiche Aufträge erteilt, und mit Beginn der 60-er Jahre stieg die Nachfrage an Heiligenfiguren, Tier- und Menschenplastiken aus Holz, Stein, Bronze und Beton und an unkonventionellen Grabanlagen stetig an. Im Zeitraum von wenigen Jahren trug Helmut Millonig wesentlich dazu bei, seine Heimat Tirol im deutschsprachigen Kunstraum in die vordersten Ränge zu bringen. Das Land Tirol und zahlreiche Privatpersonen wandten sich nunmehr an den von Prof. Fritz Wotruba und Prof. Herbert Boeckl geschulten Künstler, und so entstanden zum Beispiel 1960 die Bärenmutter in Innsbruck (Veroneser Marmor, H 130 cm), 1966 und 1969 der Hl. Christophorus in Strass und Rattenberg, und 1972 der Rattenfänger in Kufstein (Muschelkalk).    
Im Laufe der Jahre wagte sich Helmut Millonig immer wieder an neue Themenstellungen, Materialien und Aufgaben heran. Den frühen Tier- und Sakralplastiken aus Holz, Stein und Bronze folgten bald Grabanlagen, riesige, ästhetische Sgraffitos an Hausfassaden, Großplastiken aus Beton ud Aluguß, Spielanlagen für Kinder, Weihnachtskrippen, Emailarbeiten und Karikaturen. Die erfolgreiche Teilnahme an zahlreichen öffentlichen Wettbewerben in den 70-er Jahren resultierte in zahlreichen Aufträgen aus öffentlicher und privater Hand. Beispiele dafür sind die "Fliegenden Wildgänse" in Innsbruck/Reichenau (1973, Bronze), die Spielplastik in Form eines Riesen ebendort (1977, Beton) und die zwei überlebensgroßen Studierenden vor der Innsbrucker Pädagogischen Akademie (1979, Veroneser Marmor). Tier- und Menschenplastiken von gewaltigen Ausmaßen entstanden. 1987 erfolgte die öffentliche Anerkennung durch die Verleihung eines akademische Titels. 2009 wurde ihm das Kulturehrenzeichen der Stadt Innsbruck verliehen.
Helmut Millonigs Lebensaufgabe ist nicht nur, dem menschlichen Auge Freude und Schönheit zu bieten, sondern in erster Linie, den Menschen  zu helfen, ihre Gedanken von der allgegenwärtigen Gewalt, Angst und Disharmonie ab- und auf Liebe, Fröhlichkeit und auf dieser Erde ebenso vorhandene Vollkommenheit hinzulenken.
Text auszugsweise aus dem Katalog. Verfasser: Prof. H. Millonig in Zusammenarbeit mit Heide Pfennigbauer
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