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Rauchen auf Kinderspielplaetzen, zu Hd. Sg. Herrn Rockenbauer
Datum: Wed, 4 May 2005 Von: sabine@merwald.com -------------------------------------------------------------------- Sehr geehrter Herr Rockenbauer! Unlaengst kopierte ich an Sie bzw. Ihren Verein meine Korrespondenz mit dem Gesundheitsministerium bezueglich Rauchen auf Kinderspielplaetzen. Zusammengefasst: auf Spielplaetzen wird geraucht, auf manchen sogar sehr viel. Der Rauch geht, wie meist der Fall, zum Nichtraucher, vor allem zieht er zu den Kinderwaegen mit Babies. Fürr mobilere Kinder stellen die unzaehligen weggeworfenen Zigarettenstummel eine grosse Gefahr wegen der Toxizitaet dar, das Verschucken kann im allerschlimmsten Fall tödlich enden. (mehrere Muetter bestaetigten mir gegenueber, dass das in-den-Mund-nehmen binnen Sekunden geschehe, sodass man als Mutter oft gar nicht so schnell schauen könne...). Dies brachte ich Frau Ministerin Rauch-Kallat und ihrem Kommunikationsmanager Herrn Mag. Hoerhan vor. Binnen kuerzester Zeit erhielt ich unten kopierte positive Antwort. Durch das Anbringen von Warntafeln wird sich die Lage hoffentlich bessern, vor allem aber wird man damit sehr viele Eltern erreichen und aufklaeren koennen. Denn viele rauchen ja nach wie vor gedankenlos vor ihren Kindern und/oder gehen mit diesen in Lokale ohne Nichtraucherzone. Also, hier die positive Nachricht. Vielleicht wäre dies auch ein Thema fuer die Nichtraucherzeitung bzw. erwaehnenswert? Ich hoffe, es geht Ihnen gut und verbleibe mit freundlichen Gruessen,Sabine Merwald >Sehr geehrte Frau Merwald! Herzlichen Dank für Ihr E-Mail an Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat zum Thema "Rauchen auf Kinderspielpltzen". Wir freuen uns, dass Sie die Initiativen der Gesundheitsministerin gegen das Rauchen so engagiert unterstützen. Wir haben sofort mit der MA 42, die für die öffentlichen Spielplätze in Wien zuständig ist, Kontakt aufgenommen und dort Ihr Anliegen vorgetragen. Zuständig ist Hr. Ing. Ratzka, den Sie unter 4000/97242 erreichen können. Das erfreuliche Ergebnis unseres Telefonates: die MA 42 ist in dieser Sache bereits aktiv geworden und wird in den nächsten Wochen entsprechende Warnhinweise auf Kinderspielplätzen anbringen. Vorerst ist diese Aktion für den 12. Bezirk geplant. Eine Ausdehnung auf ganz Wien ist vorgesehen. Ich bitte Sie, die genauen Details bei Herrn Ing. Ratzka persönlich zu erfragen. Herr Ratzka ist bereits vorinformiert und erwartet Ihren Anruf.< Mag. Christoph Hörhan Bundesministerium fr Gesundheit und Frauen Kabinett der Bundesministerin Strategische Kommunikation
Radetzkystrasse 2 , 1031 Wien
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----------------------------------------------------------------------------------------------------------------- S.g. Hr. Rockenbauer! Mit Freuden und Interesse habe ich die letzt Ausgabe der NRZ gelesen. Der Artikel über den ersten Brief, der auch gleich erfolgreich war, hat mich besonders angesprochen. Ich denke es gibt da ein bestimmtes Kriterium, wovon der Erfolg abhängt: positive Formulierung eines Vorschlages! In diesem Sinne eine Anregung: Die Tabakindustrie argumentiert auch mit der Arbeismarktsituation der Trafikanten / dem Erhalt deren finanzieller Lebensgrundlage, welche bei drastischem Nachlassen der Tabakgeschäfte gefährdet wäre. Ich schlage vor, die Konzession der Trafikanten zu erweitern, so dass sie ihr Angebot an Verkaufsartikel erhöhen können, und so die Verluste aus dem Rückgang der Verkaufserlöse aus dem Tabakgeschäft kompensieren können. Ferner sollte die Konzession der Trafiakanten auch um das Rechte als Postpartner fungieren zu können erweitert werden. Damit wäre auch der Post geholfen, die ja dringend Partner sucht. (Welche Auswirkungen die Auflassung kleinerer Postämter sonst noch nach sich bringt wäre zu untersuchen, ist aber eine laufende Aktion die sowieso nicht mehr aufzuhalten ist.) Aufgrund eines Leserbriefes den ich schrieb, wurde ich von der Organisation "CAMELOT" "Verein für Respekt und Achtung gegenüber der Schöpfung" kontaktiert. In ihrer Zeitschrift "Wurzel" Ausgabe I/2005 gibt es in der Rubrik Gesundheit zwei Artikel zum Thema rauchen.
Kontaktadresse von CAMELOT: Ulria und Walter Koren, Fötschach 1a, 8463 Glanz, T/F: 03454 - 700 42, koren@newsclub.at Mit freundlichen Grüßen Ing Horst G. Enenkel |
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Nichtrauchertische in Innsbruck vor 30 Jahren
Am 14.3.1975 schrieb ich meinen ersten Brief an das damalige Kaufhaus Forum und beklagte die nicht akzeptierten Rechte der Nichtraucher. Nach dem Motto "Nicht besser wissen, sondern besser machen" schlug ich die Schaffung von Nichtraucher - Tischen vor. Die Kaufhausleitung reagierte prompt (20.3.1975) und beschilderte einige Tische mit "Reserviert für Nichtraucher". Dieser Erfolg ermutigten mich damals 25-jährigen Lohnbuchhalter dermaßen, dass ich bei allen SB-Restaurants in Innsbruck vorstellig wurde und überall wurden Nichtraucher-Tische nach meinen Vorschlägen eingerichtet. Meine damalige Meinung, das Raucherproblem schnell lösen zu können, da es in Österreich zwei Drittel Nichtraucher und nur ein Drittel Raucher gibt, war der größte Irrtum meines Lebens. 30 Jahre danach ist zwar der Nichtraucherschutz besser geworden, jedoch noch bei weitem nicht zufriedenstellend: Es ist leider eine Tatsache, dass Rücksichtnahme anscheinend nur funktioniert, wenn sie gesetzlich verordnet wird und Zuwiderhandlungen sanktioniert werden. Ein Tabakgesetz ohne Sanktionen ist eine Bankrotterklärung der Gesundheitspolitik. Hier hat sich Frau Gesundheitsministerin Rauch-Kallat von der Wirtschaftskammer über den Tisch ziehen lassen. Raucher werden dadurch weiterhin zur Rücksichtslosigkeit erzogen, anstatt sie in Schranken zu weisen. Regierung und Wirtschaftskammer schützen die Raucher statt die Nichtraucher! ( neueste Ausgabe der Nichtraucher-Zeitung). Sehr geehrte Leser! Mein erster Brief (siehe Presseaussendung oben) war gleichzeitig mein erster Erfolg. Parallel zu meinen Auftritten in den Medien wurden immer mehr Mediziner und Wissenschaftler aktiv. Allen voran Prof. Ferdinand Schmidt, Onkologe aus Mannheim. Jede Person, die sich legitim für einen Nichtraucherschutz einsetzte, wurde als militant abgestempelt. Engagierte Nichtraucher wurden als Fanatiker in ein negatives Eck gedrängt, sodass nur wenige bereit waren, sich dauerhaft für den Nichtraucherschutz einzusetzen. In den Medien lauteten die Überschriften: „Raucherverfolgung wie im Mittelalter“, „Hexenjagd auf Raucher“ „Krieg gegen die Raucher“, „Anti-Raucherfeldzug“ usw. Die Medienvertreter heizten die Stimmung an. Emotionen wurden geweckt und die Sachlichkeit mit Füßen getreten. Die Tabakindustrie und die Trafikantenvertreter haben mit bezahlten Lügenkampagnen Stimmung gegen vernünftige Nichtraucherschutzmaßnahmen gemacht. Passivrauchen sei erwiesenermaßen nicht gesundheitsschädlich wurde behauptet. Der schweigenden Mehrheit der Nichtraucher wurde weiterhin der Mund gestopft. Die Abhängigkeit von der Tabaklobby war enorm. Politiker, Wirtschaftstreibende, Künstler, Sportler und viele andere wurden bestochen bzw. zum Schweigen gebracht, sodass sich unsere Organisation sehr schwer tat, in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Seit 10 Jahren kämpfen wir ums Überleben. Die Subventionen wurden brutal gekürzt. Ob eine Weiterarbeit möglich ist, hängt also entscheidend von Ihnen ab, ob Sie bereit sind, unsere Arbeit mit einer Spende oder dem Mitgliedsbeitrag von 22,- Euro inkl. 4 Nichtraucher - Zeitungen, zu unterstützen. Robert Rockenbauer |
| Betreff:
WG: nichtrauchen in einkaufszentren
Datum: Wed, 2 Mar 2005 07:51:09 +0100 Von: <Martin.BROUCEK@Polizei.gv.at> An: <nichtraucher@utanet.at> ----------------------------------------------- Sehr geehrter Herr Rockenbauer! Ich bin soeben von einer weiteren Neuseelandreise zurückgekehrt. War die Situation in diesem traumhaft schönen Land für Nichtraucher schon bisher geradezu 'paradiesisch', so hat sich vieles noch verbessert: Am 10.12.2004 wurden die letzten, eigentlich nicht mehr vorhandenen Raucherlücken in der Gastronomie geschlossen. Erstaunt hat mich, dass es sogar im Freibadebereich, auf Ausflugsschiffen, einschließlich der Freidecks, und in manchen Gastgärten ein absolutes Rauchverbot gibt oder gar nur eine Empfehlung abgegeben wird. Das wird eingehalten – unglaublich. In Einkaufszentren und Kinocentern, welche übrigens - einschließlich der ausgedehnten 'Foodcourts' - mehr als gut gefüllt sind, wird schon seit vielen Jahren nicht mehr geraucht. Diese Umstände zeugen schon von gesellschaftlicher Reife und Rücksicht, und die jahrzehntelangen Bemühungen der dortigen Regierungen zeigen gewaltige Erfolge: Niedrige Raucherquoten und kein Alkohol im öffentlichen Raum. Nach meiner Rückkehr wollte ich in zwei der großen Einkaufszentren nahe Linz gehen: 'UNO-Shopping' und 'Plus-City'. In beiden empfing mich eine gewaltige Rauchwolke, besonders im 'Plus', da dieses eine Galerie und besonders viel Gastronomie besitzt. Zwei Briefe wurden an das jeweilige Management geleitet, eine Reaktion liegt bereits vor, welche ich Ihnen nicht vorenthalten will. (doc) Da Österreich auch in anderen Gesellschaftsbereichen 'furchterregend' rückständig ist (Rücksicht, Anstellen, Hundehaltung, Lärmerregung, Vorhandensein und Zustand öffentlicher WC's, Straßenverkehr,...), und ich mittlerweile schon viel Vergleich ziehen kann, weiß ich jetzt, trotz materiellen Wohlstands, wo ich wirklich wohne: In einem gesellschaftspolitischen Entwicklungsland. Mit freundlichen Grüßen - Martin BROUCEK |