| Sehr
geehrer Herr Dr. Weber!
.... Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky ist es wichtig, in Österreich die Wahlfreiheit bei gleichzeitig maximalem Nichtraucherschutz beizubehalten. Sie möchte gleichzeitig die Zahl der Raucher und Raucherinnen durch Prävention und Überzeugungsarbeit deutlich reduzieren. .... Bürgerservice BMGFJ Sehr geehrte Frau Ministerin! .... Wirksame Präventionsmaßnahmen und Überzeugungsarbeit bedingen einen enormen finanziellen Aufwand und personellen Einsatz, der weder in Österreich noch in Deutschland geleistet wird. Insoweit kann die Zahl der Raucherinnen und Raucher, wie Sie es darstellen, auch nicht „deutlich“ reduziert werden. Hinzu kommt die Sucht- und Abhängigkeitskomponente der Raucherinnen und Raucher, die in aller Regel einer Überzeugungsarbeit entgegensteht bzw. diese nicht wirksam werden lässt. Durch viele Untersuchungen belegt, führen ausnahmslose gesetzliche Rauchverbote im Vergleich zu Präventionsbemühungen schneller und kostengünstiger zum Erfolg. Und zwar für die mehrheitlich nichtrauchende, aber auch die minderheitlich rauchende Bevölkerung. Eine sinnvolle Prioritätensetzung bei der Tabakbeseitigung besteht also in erster Linie in ausnahmslosen gesetzlichen Rauchverboten, die zusätzlich von Präventionsmaßnahmen und von Überzeugungsarbeit flankiert werden müssen. Unter Berücksichtigung einer von Ihnen favorisierten Schwerpunktsetzung auf „Wahlfreiheit (Anmerkung: Ein gesundheitspolitisch sehr bedenkliches und daher nicht akzeptables Entgegenkommen gegenüber den Raucherinnen und Rauchern!) bei gleichzeitig maximalem (Anm.: Bei den vielen Ausnahmen?) Nichtraucherschutz“ und auf „Prävention und Überzeugungsarbeit“ kann das gesundheitliche Risiko ersten Ranges, das Rauchen und das Zwangsmitrauchen, nicht wirksam genug beseitigt werden. Vor allem, wenn man die politische Realität mit einbezieht. Insoweit wirkt der Hinweis, dass es Ihnen ein besonderes Anliegen ist, dem Nichtraucherschutz „einen hohen Stellenwert einzuräumen und dadurch Gesundheit und ganzheitliches Wohlbefinden“ in Ihrer Bevölkerung „zu stärken und nachhaltig zu sichern“, wenig überzeugend. Vielmehr scheinen wirtschaftliche und politische Überlegungen gegenüber einem ausnahmslosen, konsequenten und umfassenden Nichtraucherschutz im Interesse der Gesundheit und des Lebens eine nicht unwesentliche Bedeutung bei Ihren Entscheidungen zu haben. Dr. Weber Veröffentlicht in NRZ 3/2008 |
| Lasst
die Finger von Zigaretten!
von Ingrid Kupczik Frauen
leben länger. Im Schnitt werden sie sieben bis acht Jahre älter
als die Männer, sagt die Statistik. Weil sie insgesamt gesünder
leben, sich weniger Risiken aussetzen, durch ihre weiblichen Sexualhormone
besser vor Herz- und Kreislauferkrankungen geschützt sind. Doch Frauen
sind auf dem besten Weg, ihren Überlebensvorteil zu verspielen, weil
sie immer häufiger zur Zigarette greifen. Und dazu das Pech haben,
dass ausgerechnet ihre weiblichen Sexualhormone die Anfälligkeit für
Lungenkrebs erhöhen, wie neue Studien zeigen. An den Folgen des Tabakrauchens
sterben in Deutschland jährlich mehr als 120.000 Menschen. Und immer
mehr Frauen sterben an Lungenkrankheiten wie der chronisch obstruktiven
Bronchitis (COPD) oder an Lungenkrebs. Im Jahre 2002 waren unter den 40.000
Lungenkrebstoten in Deutschland ein Viertel Frauen - eine mehr als doppelt
so hohe Rate als zehn Jahre zuvor.
Prävention
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| Objektvität
kontra Kommunikationspolitik
Was als „Böse“ betrachtet oder anerkannt wird, entscheidet die „Motivation“ zur bösen Handlung. Doch für die Motivation gibt es zwei Betrachtungsweisen: Eine objektive, welche sich an der Wahrheit orientiert und eine kommunikationspolitische, welche die Motivation schlicht als gut oder böse darstellt und die wahre Betrachtung dabei durchaus außer Acht lassen kann. Wer wird in der kommunikationspolitischen Motivation für sein Handeln besser als der „Böse“ dargestellt? • Sind wir böse, weil wir angeblich die Freiheit anderer einschränken? • Oder sind die Raucher böse, weil sie die Gesundheit anderer gefährden bzw. andere belästigen usw.? Nach der Objektiven und somit wahren Betrachtungsweise steht es natürlich 1:0 für uns. Wir sind „die Guten“ und die Raucher sind „die Bösen“, weil wir unsere Freiheit und Gesundheit gegen deren krankmachenden Suchtgelüste „verteidigen“, was unser gutes „(Über)lebensrecht“ ist und weil das „Recht auf Gesundheit und Leben“ klar vor dem „Recht auf krankmachender Sucht“ steht. Langfristig setzt sich Objektivität und somit Wahrheit durch, aber kurzfristig gesehen kann Kommunikationspolitik vielfach stärker sein! Zudem gilt: In der Politik und Meinungsmache geht es fast ausschließlich um Kommunikationspolitik und nicht so sehr um Wahrheit und Objektivität! Und genau darauf zielt die Tabak- und Raucherlobby ab: Kommunikationspolitisch (gegen jegliche Objektivität und Wahrheit) werden Nichtraucher als „die Bösen“ hingestellt, als die Freiheitseinschränker, als die Genussvernaderer, als militante Nichtraucher etc.! So wird es uns kommunikationspolitisch schwer gemacht, objektiv längst fällige und notwendige Rauchverbote durchzusetzen! Genau das ist der Grund, warum wir bzw. die Politik da oft kaum weiter kommen. Die Objektivität der Wahrheit hilft uns kaum, wenn die Kommunikationspolitik nicht vollständig auf unserer Seite ist! Das ist auch der Grund warum viele Journalisten, ja selbst auch Nichtraucher, die Raucher verteidigen. Weil Sie von der Kommunikationspolitik verblendet, entgegen jeglicher Objektivität glauben, auf der Seite der „Guten“ zu stehen! Wer will schon so „böse“ sein, jemanden etwas zu verbieten? Wir müssen das negative Image umwandeln! Dass die Motivation zu unserem Handeln gut, objektiv ist und der Wahrheit entspricht, wissen wir. Doch das muss eben nicht nur objektiv, sondern auch kommunikationspolitisch voll anerkannt werden! Die Motivation, die zum Handeln des Rauchens führt, entsprechend als „Schandtat“ für alle, muss somit objektiv wie auch kommunikationspolitisch als „Böse“ eingestuft werden! Sobald das Rauchen kommunikationspolitisch als „Böse“ anerkannt wird, wird die Politik bzw. die Gesellschaft das Rauchen in der Öffentlichkeit weitgehend verbieten. Objektivität kontra Kommunikationspolitik - das ist das wesentliche Grundthema zur gesamten Nichtraucher- bzw. Raucherthematik! Werner Pregetter Veröffentlicht in NRZ 3/2008 |
| Tabakrauch
ist Angriff auf das Leben
Wo sich Nichtraucher aufhalten, muss ein Arbeitgeber das Rauchen verbieten (Arbeitsstättenverordnung). Wer trotzdem raucht, muss mit einer Abmahnung rechnen. Das gilt auch für öffentliche Bereiche von Bürogebäuden. Raucher und Nichtraucher in einem Raum bedeutet grundsätzlich Rauchverbot! Selbst wenn ein Nichtraucher toleriert, dass vor dem Büro auf dem Gang geraucht wird - wegen der dadurch entstehenden Grundbelastung - ist selbst das per Gesetz verboten. In letzter Zeit lese ich oft von der Rauchkultur. Ich frage mich allerdings, was Rauchen, Luftverschmutzung, mit Kultur zu tun hat. Tabakrauch ist Angriff auf das Leben. Rauchen ist deshalb eine Unkultur, woran jährlich weltweit mehr als 5 Mio. Menschen qualvoll sterben, auch Passivrauchopfer. Jeden Tag werden hierzulande 8,4 Mio. Heranwachsende im Elternhaus mit Tabakrauchgiften zwangsberaucht, mit allen damit verbundenen Folgen. Das ist genau das Gegenteil von Kultur. Ein solches Verbrechen an den Heranwachsenden ist eine nationale Schande. Alle schätzen das Reinheitsgebot beim Bier. Warum schätzen dieselben Menschen nicht reine, gift-, rauch- und gestankfreie Atemluft? Es geht beim Nichtraucherschutz um die Lufthygiene, die für alle wichtig ist. Als Wirt kann man nicht tun und lassen, was man will. Es ist wie bei vielen anderen Vorschriften auch: Die Sauberkeit der Räume, beispielsweise in der Küche und auf der Toilette, wird hin und wieder kontrolliert. Die Kühltruhe und der Kühlschrank müssen hygienisch einwandfrei in Ordnung sein. Verdorbene Lebensmittel dürfen dort nicht aufbewahrt werden. Wenn der Wirt nicht verdorbenes Essen und giftige Getränke verkaufen darf, warum sollte dann ein verdorbenes, erbgutschädigendes, krebserregendes und radioaktiv strahlendes Luftschadstoffgemisch namens Tabakrauch erlaubt sein? Ich begreife nicht, mit welcher Begründung einige Menschen reine Luft ablehnen. Eins ist sicher: Reine Luft ist besser für alle! Durch menschenfreundliche Lebensbedingungen macht das Leben doch erst richtig Spaß. Birgit Kübler, BRD Veröffentlicht in NRZ 3/2008 |
| Urlaubsbericht
über verrauchtes Österreich
Meine Familie und ich könnten ein Buch schreiben mit dem Titel: „Flucht vor den Raucherinnen und Rauchern in Österreich“. Wir haben in der Gastronomie laufend die Plätze gewechselt, um rauchfrei essen zu können. Hemmungslos, ungeniert und rücksichtslos wird überall geraucht. Sogar auf öffentlichen Ausflugsschiffen konnte man dem gesundheitsschädlichen Tabakgestank nicht entfliehen. Sie können sich meine Wut über die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, allen voran die österreichische Gesundheitsministerin und die Verbandsoberen des österreichischen Restaurant- und Gaststättengewerbes, nicht vorstellen. Ich kann nur sagen, so ein Widerspruch zwischen einem so wunderschönen Urlaubsland und solchen bei der Tabakbeseitigung unfähigen oder tendenziös verantwortlichen Spitzenpolitikern und ihren Gönnern, Helfern oder Akteuren der Tabak-Nikotindrogenindustrie, ist kaum zu ertragen. Es ist schlicht eine Frechheit, was diese sich gegenüber der Mehrheit der nichtrauchenden Bevölkerung und den Touristen erlauben. Ich sehe meine Auffassung hautnah bestätigt, die ich in einem ZDF-Interview dargelegt habe, dass man Österreich als Urlaubsland so lange meiden sollte, bis dort ein wirksamer Nichtraucherschutz eingeführt wird. Vielleicht wirkt dieser Druck mehr als der der Pofiteure aus dem Tabak-Nikotindrogenlager oder dem der Nikotiniker! Dr. med. Helmut Weber, MR a.D. |
| Offener
Brief an Politiker/innen, Medien und diverse Initiativen
Sehr
geehrte Frau Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky!
Unglaublich
aber wahr! Unterschiedlicher können die Argumentationen für ein
ernst gemeintes Passivraucherschutzgesetz (PSG) in der Gastronomie gar
nicht sein. Für ein generelles Rauchverbot spricht der Gesundheitsschutz
als höchstes Gut für Gäste und Beschäftige bei gleichzeitig
keinen Umsatzeinbußen für die Gastwirte, vorausgesetzt, es gibt
keine Ausnahmen vom Rauchverbot. Dagegen spricht der Umsatzrückgang
der Tabakindustrie, denn je weniger Rauchmöglichkeiten vorhanden sind,
desto weniger wird auch geraucht (durchaus im Sinne der rauchenden Bevölkerung!).
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| Betreff:
Rauchen in Filmen und Fernsehen
Datum: Fri, 25 Jan 2008 An das Bundesministerium für Gesundheit Familie und Jugend z.H. Frau Dr. Andrea Kdolsky Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin! Was wollen und können Sie unternehmen, dass in österreichischen Filmproduktionen und im Fernsehen wesentlich weniger geraucht wird? Sind Sie bereit, eine Studie in Auftrag zu geben, die nachweisen kann, in wie viel Filmen und im Fernsehen völlig unnötig zur Zigarette, Zigarre oder Pfeife gegriffen wird? Ist Ihnen bewusst, dass Raucherinnen und Raucher auf dem Bildschirm Kinder und Jugendliche zum Rauchen verführen? Und wenn ja, was haben Sie bisher dagegen unternommen oder werden Sie in nächster Zeit aktiv dagegen tun? Übrigens werden nicht nur junge Menschen zum Rauchen verführt, sondern auch 10.000 erwachsene Raucher greifen ebenfalls zur Zigarette, wenn sie eine Raucherszene sehen, obwohl sie in diesem Moment gar nicht rauchen wollten. Gerade in Fernsehfilmen sind rauchende Darstellerinnen und Darsteller "Sympathieträger" für eine verrauchte Gesellschaft. Wer, außer der "Tabak - Nikotindrogenindustrie" kann daran Interesse haben? Wenn schon in kleinsten Konfliktsituationen oder beim Nachdenken der "Tschick" als Lösung angesehen wird, dann braucht sich wohl niemand wundern, wenn junge Menschen ebenfalls beim Denken und bei der Bewältigung von Schwierigkeiten zur Zigarette greifen. Zudem trägt das Rauchen im Fernsehen und in Filmen dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene das Rauchen gesellschaftlich weiterhin als völlig normal ansehen und dass das Passivrauchen weiterhin geduldet werden muss. Ein verhängnisvoller Trugschluss! 2003 stand der Weltnichtrauchertag unter dem Motto. "Rauchfreie Mode und Filme". Die Regierung hat seinerzeit nichts in dieser Richtung unternommen. Wir verlangen wirkungsvolle Maßnahmen, damit der indirekten Tabakwerbung in Filmen und im Fernsehen ein Riegel orgeschoben wird. Das kann und wird das gemeinsame Ziel, nämlich "Rauchfrei leben zur Norm zu machen", ein Stück näher bringen. In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleiben wirmit freundlichen Grüßen Bundesleiter Robert Rockenbauer |
| Schutzgemeinschaft
fordert generelles Rauchverbot
Für Kompromisshandlungen gebe es keine medizinische Begründung. Die Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher fordert in einem Schreiben Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky auf, angesichts der gravierenden Schäden des Aktiv- und Passivrauchens einen umfassenden und ausnahmslosen Schutz aller Menschen vor Tabakrauch in geschlossenen Räumen sicherzustellen. Wenn über deren Schädlichkeit nichts mehr zum diskutieren, sondern nur mehr zur Kenntnis zu nehmen sei, so Bundesleiter Robert Rockenbauer aus Innsbruck, dann müsse eine rasche Umsetzung eines solchen umfassenden Nichtraucherschutzes oberste Priorität bei der Gesundheitsministerin haben. Eine friedliche Koexistenz könne es wegen der Gesundheitsgefährdung durch das Rauchen nicht geben. Für Kompromisshandlungen gebe es keine medizinische Begründung. Ein generelles Rauchverbot mit Sanktionen an öffentlichen Orten und in der Gastronomie sei zwingend notwendig. Das würde viele Probleme lösen und nicht neue schaffen, so Rockenbauer. Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie spare den Wirten Kosten und verhindere einen Wettbewerbsnachteil, sei gerecht, weil es für alle gleich gälte und schütze Gäste wie Personal vor der schädlichen Einwirkung des Tabakrauches. Unterstützung bekommt die Schutzgemeinschaft nun auch von der Österreichischen Hotelier-Vereinigung, die von der Politik ein Ende des "Eiertanzes" verlangt. Es sei sinnlos, in Raumtrennung und intensivere Belüftung zu investieren, wenn bald mit einem absoluten Rauchverbot der EU zu rechnen sei. Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher Bundesleiter Robert Rockenbauer ++++++++++++++++ Anbei eine Information, die über office@tiscover.com versendet wurde. Insider
Informationen
Während
sich die Wirtschaftskammer weiterhin mit allen Mitteln gegen eine dem benachbarten
Bayern vergleichbare Rauchfreiheit wehrt, geht die ÖHV den umgekehrten
Weg. „Durch den ewigen Eiertanz der Politik stehen die Wirte zwischen den
Stühlen“, begründet ÖHV-Präsident Peter Peer der Wunsch
nach einem „klaren Machtwort der Politik“.
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| Innsbruck,
am 25.1.2008
An
das Bundesministerium für Gesundheit Familie und Jugend
Sehr
geehrte Frau Gesundheitsministerin!
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| Verfehlte
Gesundheits- und Familienpolitik: Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky
ver(be)hindert Nichtraucherschutz
1.
Gesundheitspolitik:
2.
Familienpolitik:
Mit
den besten Empfehlungen
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| soziale
Ächtung (zu „Rauchen jetzt erst recht?“)
Richtig, die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die des anderen beginnt. Im übrigen verhält es sich mit der totalen Freiheit und dem vermeintlichen Recht auf Selbstbestimmung nicht so, wie es Raucher einem gern glauben lassen wollen. Wir leben ja nicht in einer Anarchie. Es gibt zig andere Gesetze, die die Freiheit eines jeden Bürgers beeinträchtigen. Streng genommen beeinträchtigt jedes Gesetz die Freiheit. Schließlich käme heutzutage auch kaum jemand mehr auf die Idee, die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn als Einschnitt in seiner Freiheit zum Schnellfahren zu kritisieren. Als diese in den 70er Jahren eingeführt wurde, beschwerten sich noch viele Leute. Heutzutage würde es keiner wagen, dies zu fordern, da er sowohl als Umweltsünder als auch als Gefährder des Gemeinwohles gelten würde. Irgendwann wird es hoffentlich auch in Österreich soweit sein, dass die Gesellschaft erkennt, dass das Rauchen in einem geschlossenen öffentlichen oder öffentlich zugänglichem Raum nicht tolerierbar ist. Wichtig ist, dass die Intoleranz der Raucher in der Gesellschaft erkannt wird. Das hilft nicht nur der Akzeptanz notwendiger Gesetze. Im Normalfall müssten Raucher sich in der Gesellschaft schuldig fühlen und mit bösen bzw. fassungslosen Blicken und auch Kommentaren der Mitmenschen bestraft werden, ähnlich wie die Raser auf der Autobahn. In den Vereinigten Staaten z.B. würde ein solches Verhalten von Rauchern, wie Sie es oben beschreiben, als extrem unhöflich und schlecht erzogen gelten. Ein normaler Mensch würde so etwas daher niemals wagen (das „jetzt erst recht zu rauchen“), schon gar nicht in Begleitung einer Dame oder der Familie. Er wäre gesellschaftlich total unten durch. Hier in Österreich gilt es nun, auf gesellschaftlicher Ebene dieses Gedankengut, wie Sie es oben beschreiben (nämlich dass es eigentlich eine kriminelle Handlung ist, die noch dazu andere Leute - vor allem Kinder - schädigt), so weit wie möglich zu verbreiten. Jeder für sich im Bekannten - u. Verwandtenkreis, in der Erziehung der Kinder, vor Schülern und Studenten. Dies ist nach dem gesetzlichen Scheitern der wichtigste Auftrag aller Nichtraucher, dafür zu kämpfen, dass die Wahrheit über die Schädlichkeit des Passivrauchens ans Licht kommt. Unsachliche Argumente dürfen wir nicht gelten lassen und die Diskussion mit Rauchern im Lokal nicht scheuen, bis es sich gesellschaftlich so manifestiert hat, dass der Raucher es sich zweimal überlegen wird, mit Nichtrauchern anzuecken. Die „jetzt-erst-recht“ Haltung ist ja letztendlich bloß ein (hoffentlich kurzes) Aufbäumen einiger unbelehrbarer Wichtigtuer aus der Raucherfraktion. Viele halten sich ja an die Vorschriften. Leider reicht ein einziger Raucher aus, um aus einem rauchfreien Abteil oder Gebäude, ein gesundheitsgefährdendes Objekt zu machen. Wir müssen aktiv darum kämpfen, dass diesen „jetzt-erst-recht-Rauchern“ soziale Ächtung zuteil wird. Genauso wie sich zunehmend weniger Hundebesitzer trauen, den Kot ihrer vierbeinigen Freunde auf der Strasse nicht zu entsorgen in Anwesenheit anderer Passanten. Genauso ist es wichtig, dass sich Raucher an Orten mit Rauchverbot unwohl fühlen, wenn sie dort ihrer Sucht nachgehen wollen. Irgendwann wird es ihnen zu blöd werden; wir müssen es ihnen einfach so schwer wie möglich machen. Die beste Waffe ist das Einbringen der von Ihnen erwähnten Argumente. Nur Mut. Sich bloß nicht verschrecken lassen von deren Aggressivität und Provokation. Klar, dass nur ein gesetzliches Verbot die absolute Rauchfreiheit bewirken kann, aber die gesellschaftliche Grundhaltung zu dem selben wird neben den Sanktionen maßgeblich sein für dessen Einhaltung! Außerdem würde eine gesellschaftliche Grundhaltung, die dem Rauchen kritischer gegenübersteht als die momentane, leichter zu entsprechenden Gesetzen führen, da die Politiker dann eine noch größere Mehrheit der Wähler auf ihrer Seite wüssten. Momentan sind noch zu viele Nichtraucher passiv und die Raucher scheren sich nicht um die Einhaltung der Gesetze, weil sie ohne Sanktionen nichts zu befürchten haben. Soziale Ächtung wäre das Mindeste. Daneben aufklären, aufklären und nochmals aufklären. Durch direkte Gespräche! Das ist unsere beste Möglichkeit neben Lobbying, wo wir schlechtere Karten haben als die Tabakwirtschaft. Stefan Bruckner, Wien Rauchen
- negatives Image (zu „Rauchen jetzt erst recht?“)
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| Nichtraucherschutz
inakzeptabel (zu „Rauchen jetzt erst recht?“)
Sehr geehrter Herr Pregetter! Sie haben mit Ihrer Argumentation völlig Recht. Wir unterstützen Sie hundertprozentig und werden auf politischer Ebene alles versuchen, um einen bestmöglichen NichtraucherInnen-Schutz zu erreichen. Derzeit sind wir ja noch meilenweit davon entfernt. Der vorliegende Gesetzesentwurf von Ministerin Kdolsky ist eine reine Augenauswischerei. Es gibt zu viele Ausnahmen und zu lange Übergangsfristen. Nach wie vor ist das Rauchen Todesursache Nummer eins und eine Lösung dazu bis ins Jahr 2012 hinausschieben zu wollen, wie es die ÖVP offenbar geplant hat, ist völlig inakzeptabel. Wir werden uns verstärkt dafür einsetzen, dass NichtraucherInnenlokale in Österreich künftig die Norm sind. Ihr Dialogbüro der Grünen |