Sehr geehrer Herr Dr. Weber! 
.... Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky ist es wichtig, in Österreich die Wahlfreiheit bei gleichzeitig maximalem Nichtraucherschutz beizubehalten. Sie möchte gleichzeitig die Zahl der Raucher und Raucherinnen durch Prävention und Überzeugungsarbeit deutlich reduzieren. .... 
Bürgerservice BMGFJ 
  
Sehr geehrte Frau Ministerin! 
.... Wirksame Präventionsmaßnahmen und Überzeugungsarbeit bedingen einen enormen finanziellen Aufwand und personellen Einsatz, der weder in Österreich noch in Deutschland geleistet wird.  
Insoweit kann die Zahl der Raucherinnen und Raucher, wie Sie es darstellen, auch nicht „deutlich“ reduziert werden. Hinzu kommt die Sucht- und Abhängigkeitskomponente der Raucherinnen und Raucher, die in aller Regel einer Überzeugungsarbeit entgegensteht bzw. diese nicht wirksam werden lässt. Durch viele Untersuchungen belegt, führen ausnahmslose gesetzliche Rauchverbote im Vergleich zu Präventionsbemühungen schneller und kostengünstiger zum Erfolg. Und zwar für die mehrheitlich nichtrauchende, aber auch die minderheitlich rauchende Bevölkerung. Eine sinnvolle Prioritätensetzung bei der Tabakbeseitigung besteht also in erster Linie in ausnahmslosen gesetzlichen Rauchverboten, die zusätzlich von Präventionsmaßnahmen und von Überzeugungsarbeit flankiert werden müssen. 
Unter Berücksichtigung einer von Ihnen favorisierten Schwerpunktsetzung auf „Wahlfreiheit (Anmerkung: Ein gesundheitspolitisch sehr bedenkliches und daher nicht akzeptables Entgegenkommen gegenüber den Raucherinnen und Rauchern!) bei gleichzeitig maximalem (Anm.: Bei den vielen Ausnahmen?) Nichtraucherschutz“ und auf „Prävention und Überzeugungsarbeit“ kann das gesundheitliche Risiko ersten Ranges, das Rauchen und das Zwangsmitrauchen, nicht wirksam genug beseitigt werden. Vor allem, wenn man die politische Realität mit einbezieht.  
Insoweit wirkt der Hinweis, dass  es Ihnen ein besonderes Anliegen ist, dem Nichtraucherschutz „einen hohen Stellenwert einzuräumen und dadurch Gesundheit und ganzheitliches Wohlbefinden“ in Ihrer Bevölkerung „zu stärken und nachhaltig zu sichern“, wenig überzeugend. Vielmehr scheinen wirtschaftliche und politische Überlegungen gegenüber einem ausnahmslosen, konsequenten und umfassenden Nichtraucherschutz im Interesse der Gesundheit und des Lebens eine nicht unwesentliche Bedeutung bei Ihren Entscheidungen zu haben.  
Dr. Weber 
Veröffentlicht in NRZ 3/2008
Lasst die Finger von Zigaretten! 
von Ingrid Kupczik 

Frauen leben länger. Im Schnitt werden sie sieben bis acht Jahre älter als die Männer, sagt die Statistik. Weil sie insgesamt gesünder leben, sich weniger Risiken aussetzen, durch ihre weiblichen Sexualhormone besser vor Herz- und Kreislauferkrankungen geschützt sind. Doch Frauen sind auf dem besten Weg, ihren Überlebensvorteil zu verspielen, weil sie immer häufiger zur Zigarette greifen. Und dazu das Pech haben, dass ausgerechnet ihre weiblichen Sexualhormone die Anfälligkeit für Lungenkrebs erhöhen, wie neue Studien zeigen. An den Folgen des Tabakrauchens sterben in Deutschland jährlich mehr als 120.000 Menschen. Und immer mehr Frauen sterben an Lungenkrankheiten wie der chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) oder an Lungenkrebs. Im Jahre 2002 waren unter den 40.000 Lungenkrebstoten in Deutschland ein Viertel Frauen - eine mehr als doppelt so hohe Rate als zehn Jahre zuvor. 
„Vor 20 Jahren war eine Frau mit Lungenkrebs eine Rarität. Heute kommen auf zehn Patienten fünf Patientinnen“, sagt Helgo Magnussen, Leiter einer Schwerpunktklinik für Pneumologie und Thoraxchirurgie in Großhansdorf bei Hamburg. Lungenkrebs ist bei Männern die häufigste Krebstodesursache, bei den Frauen immerhin schon auf Platz drei, nach Brustkrebs und Darmkrebs. In Amerika haben die Frauen bereits aufgeholt: Dort fordert Lungenkrebs bei beiden Geschlechtern die meisten Toten. „Die Krankheitsfolgen der Rauch-Epidemie werden sich mit zeitlicher Verzögerung auch bei uns niederschlagen“, sagt Magnussen. Lungenkrebs lässt sich in 90 Prozent der Fälle direkt auf Tabakkonsum zurückführen. Für eine Raucherin ist das Risiko, einen Tumor zu entwickeln, allerdings doppelt so groß wie das eines Rauchers gleichen Alters und Gesundheitszustandes mit vergleichbarem Zigarettenkonsum. Das ergab unter anderem eine Untersuchung an der New Yorker Cornell University. Genetische und hormonelle Faktoren spielen vermutlich eine Rolle. Wie bei allen bösartigen Neubildungen gibt es offenbar auch bei Lungenkrebs eine erhebliche Disposition. Familienmitglieder eines Lungenkrebspatienten haben ein dreifach höheres Risiko als andere, ebenfalls Lungenkrebs zu entwickeln. Wissenschaftler der University of Cincinnati entdeckten kürzlich bei Angehörigen, in deren Familien gehäuft Lungenkrebs auftrat, eine Mutation auf Chromosom 6. 
Neuere Forschung deutet darauf hin, dass überdies das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Lungen der Frauen verletzlicher macht - so wie es auch die Anfälligkeit für Brust- und Eierstockkrebs erhöht. Zellen von Lungentumoren sind mit Östrogenrezeptoren gespickt. Tierversuche zeigten, dass die Tumorzellen besonders schnell wuchern, wenn sie mit dem Hormon in Kontakt kommen. 
„Lungenkrebs scheint bei Frauen eine andere Krankheit als bei Männern zu sein“, sagt Jyoti Patel von der Northwestern University. Die Forscherin weist darauf hin, dass Frauen deutlich häufiger ein Adenokarzinom entwickeln, einen bösartigen Tumor, der aus Drüsengewebe hervorgeht. Früher trat dieser Subtyp eher selten auf, heute sei er die häufigste Lungenkrebsform bei Frauen jeden Alters, bei sehr jungen Patienten sowie jener kleinen Gruppe, die nie geraucht hat, aber dennoch Lungenkrebs bekommt. Etwa drei Prozent aller Lungenkrebspatienten sind Nichtraucher. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer, auch dies werten Forscher als Indiz für die geschlechtsspezifischen Empfindlichkeiten. 
Lungenkrebs ist tückisch, weil er lange Zeit keine Beschwerden verursacht und deshalb meist erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Trotz neuartiger Medikamente, trotz geschickter Kombination aus Operation, Chemo- und Strahlentherapie, stehen die Heilungschancen schlecht: 60 Prozent der Patienten sterben binnen einem Jahr nach der Diagnose, 85 Prozent innerhalb von fünf Jahren. 
Die Mediziner diskutieren seit längerem, ob sich die hohe Todesrate durch eine Früherkennung senken ließe, vergleichbar der Mammographie zum Aufspüren von Brustkrebs. Hochrisikopatienten etwa würden jährlich ihre Lungen im Computertomographen röntgen lassen. Diese Geräte spüren Tumoren von wenigen Millimeter Größe auf. Ob dadurch tatsächlich die Überlebenschance der Patienten verbessert würden, ist nicht sicher. Für Pneumologie-Professor Magnussen kann eine CT-Untersuchung „individuell sinnvoll sein, etwa wenn jemand nach vielen Jahren das Rauchen aufgegeben hat und nun wissen möchte, wie es um seine Lunge bestellt ist“. 

Prävention 
Besser als jede Früherkennung ist aber die Prävention. Schulklassen kommen zu Besuch. Schüler ab 12 Jahren informieren sich über Zellschäden, Tumorwachstum, Raucherbeine, Chemotherapie und sprechen mit Patienten. Raucher, denen die halbe Lunge entfernt worden war, manche, die nur noch mit einem Apparat atmen konnten. Andere, die hofften, noch wenigsten die Konfirmation ihres Enkels im kommenden Jahr zu erleben. Gestandene Männer und Frauen, die in Tränen ausbrachen und die Kinder beschworen: 
„Lasst die Finger von Zigaretten!“ 
Veröffentlicht in NRZ 3/2008

Objektvität kontra Kommunikationspolitik 
Was als „Böse“ betrachtet oder anerkannt wird, entscheidet die „Motivation“ zur bösen Handlung. Doch für die Motivation gibt es zwei Betrachtungsweisen: Eine objektive, welche sich an der Wahrheit orientiert und eine kommunikationspolitische, welche die Motivation schlicht als gut oder böse darstellt und die wahre Betrachtung dabei durchaus außer Acht lassen kann.  
Wer wird in der kommunikationspolitischen Motivation für sein Handeln besser als der „Böse“ dargestellt? 
• Sind wir böse, weil wir angeblich die Freiheit anderer einschränken? 
• Oder sind die Raucher böse, weil sie die Gesundheit anderer gefährden bzw. andere belästigen usw.? 
Nach der Objektiven und somit wahren Betrachtungsweise steht es natürlich 1:0 für uns. Wir sind „die Guten“ und die Raucher sind „die Bösen“, weil wir unsere Freiheit und Gesundheit gegen deren krankmachenden Suchtgelüste „verteidigen“, was unser gutes „(Über)lebensrecht“ ist und weil das „Recht auf Gesundheit und Leben“ klar vor dem „Recht auf krankmachender Sucht“ steht.  
Langfristig setzt sich Objektivität und somit Wahrheit durch, aber kurzfristig gesehen kann Kommunikationspolitik vielfach stärker sein! Zudem gilt: In der Politik und Meinungsmache geht es fast ausschließlich um Kommunikationspolitik und nicht so sehr um Wahrheit und Objektivität! 
Und genau darauf zielt die Tabak- und Raucherlobby ab: Kommunikationspolitisch (gegen jegliche Objektivität und Wahrheit) werden Nichtraucher als „die Bösen“ hingestellt, als die Freiheitseinschränker, als die Genussvernaderer, als militante Nichtraucher etc.! So wird es uns kommunikationspolitisch schwer gemacht, objektiv längst fällige und notwendige Rauchverbote durchzusetzen! Genau das ist der Grund, warum wir bzw. die Politik da oft kaum weiter kommen. Die Objektivität der Wahrheit hilft uns kaum, wenn die Kommunikationspolitik nicht vollständig auf unserer Seite ist! Das ist auch der Grund warum viele Journalisten, ja selbst auch Nichtraucher, die Raucher verteidigen. Weil Sie von der Kommunikationspolitik verblendet, entgegen jeglicher Objektivität glauben, auf der Seite der „Guten“ zu stehen! Wer will schon so „böse“ sein, jemanden etwas zu verbieten? 
Wir müssen das negative Image umwandeln! Dass die Motivation zu unserem Handeln gut, objektiv ist und der Wahrheit entspricht, wissen wir. Doch das muss eben nicht nur objektiv, sondern auch kommunikationspolitisch voll anerkannt werden! Die Motivation, die zum Handeln des Rauchens führt, entsprechend als „Schandtat“ für alle, muss somit objektiv wie auch kommunikationspolitisch als „Böse“ eingestuft werden! 
Sobald das Rauchen kommunikationspolitisch als „Böse“ anerkannt wird, wird die Politik bzw. die Gesellschaft das Rauchen in der Öffentlichkeit weitgehend verbieten. Objektivität kontra Kommunikationspolitik - das ist das wesentliche Grundthema zur gesamten Nichtraucher- bzw. Raucherthematik!  
Werner Pregetter 
Veröffentlicht in NRZ 3/2008
Tabakrauch ist Angriff auf das Leben 
Wo sich Nichtraucher aufhalten, muss ein Arbeitgeber das Rauchen verbieten (Arbeitsstättenverordnung). Wer trotzdem raucht, muss mit einer Abmahnung rechnen. Das gilt auch für öffentliche Bereiche von Bürogebäuden. Raucher und Nichtraucher in einem Raum bedeutet grundsätzlich Rauchverbot! Selbst wenn ein Nichtraucher toleriert, dass vor dem Büro auf dem Gang geraucht wird - wegen der dadurch entstehenden Grundbelastung - ist selbst das per Gesetz verboten.  
In letzter Zeit lese ich oft von der Rauchkultur. Ich frage mich allerdings, was Rauchen, Luftverschmutzung, mit Kultur zu tun hat. Tabakrauch ist Angriff auf das Leben. Rauchen ist deshalb eine Unkultur, woran jährlich weltweit mehr als 5 Mio. Menschen qualvoll sterben, auch Passivrauchopfer. Jeden Tag werden hierzulande 8,4 Mio. Heranwachsende im Elternhaus mit Tabakrauchgiften zwangsberaucht, mit allen damit verbundenen Folgen. Das ist genau das Gegenteil von Kultur. Ein solches Verbrechen an den Heranwachsenden ist eine nationale Schande. 
Alle schätzen das Reinheitsgebot beim Bier. Warum schätzen dieselben Menschen nicht reine, gift-, rauch- und gestankfreie Atemluft?  
Es geht beim Nichtraucherschutz um die Lufthygiene, die für alle wichtig ist. Als Wirt kann man nicht tun und lassen, was man will. Es ist wie bei vielen anderen Vorschriften auch: Die Sauberkeit der Räume, beispielsweise in der Küche und auf der Toilette, wird hin und wieder kontrolliert. Die Kühltruhe und der Kühlschrank müssen hygienisch einwandfrei in Ordnung sein. Verdorbene Lebensmittel dürfen dort nicht aufbewahrt werden. Wenn der Wirt nicht verdorbenes Essen und giftige Getränke verkaufen darf, warum sollte dann ein verdorbenes, erbgutschädigendes,  
krebserregendes und radioaktiv strahlendes Luftschadstoffgemisch namens Tabakrauch erlaubt sein? Ich begreife nicht, mit welcher Begründung einige Menschen reine Luft ablehnen. Eins ist sicher: Reine Luft ist besser für alle! Durch menschenfreundliche Lebensbedingungen macht das Leben doch erst richtig Spaß.  
Birgit Kübler, BRD 
Veröffentlicht in NRZ 3/2008
Urlaubsbericht über verrauchtes Österreich 
Meine Familie und ich könnten ein Buch schreiben mit dem Titel: „Flucht vor den Raucherinnen und Rauchern in Österreich“. Wir haben in der Gastronomie laufend die Plätze gewechselt, um rauchfrei essen zu können. Hemmungslos, ungeniert und rücksichtslos wird überall geraucht. Sogar auf öffentlichen Ausflugsschiffen konnte man dem gesundheitsschädlichen Tabakgestank nicht entfliehen. Sie können sich meine Wut über die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, allen voran die österreichische Gesundheitsministerin und die Verbandsoberen des österreichischen Restaurant- und  Gaststättengewerbes, nicht vorstellen. 
Ich kann nur sagen, so ein Widerspruch zwischen einem so wunderschönen Urlaubsland und solchen bei der Tabakbeseitigung unfähigen oder tendenziös verantwortlichen Spitzenpolitikern und ihren Gönnern, Helfern oder Akteuren der Tabak-Nikotindrogenindustrie, ist kaum zu ertragen. Es ist schlicht eine Frechheit, was diese sich gegenüber der  Mehrheit der nichtrauchenden Bevölkerung und den Touristen erlauben. Ich sehe meine Auffassung hautnah bestätigt, die ich in einem ZDF-Interview dargelegt habe, dass man Österreich als Urlaubsland so lange meiden sollte, bis dort ein wirksamer Nichtraucherschutz eingeführt wird. Vielleicht wirkt dieser Druck mehr als der der Pofiteure aus dem Tabak-Nikotindrogenlager oder dem der Nikotiniker! 
Dr. med. Helmut Weber, MR a.D. 
Offener Brief an Politiker/innen, Medien und diverse Initiativen   

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky!  
Sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Erwin Buchinger!  

Unglaublich aber wahr! Unterschiedlicher können die Argumentationen für ein ernst gemeintes Passivraucherschutzgesetz (PSG) in der Gastronomie gar nicht sein. Für ein generelles Rauchverbot spricht der Gesundheitsschutz als höchstes Gut für Gäste und Beschäftige bei gleichzeitig keinen Umsatzeinbußen für die Gastwirte, vorausgesetzt, es gibt keine Ausnahmen vom Rauchverbot. Dagegen spricht der Umsatzrückgang der Tabakindustrie, denn je weniger Rauchmöglichkeiten vorhanden sind, desto weniger wird auch geraucht (durchaus im Sinne der rauchenden Bevölkerung!). 
Für was und für wen wollen die Verantwortungsträger/innen in den Ministerien eintreten? Man erzeugt künstliche Argumentationsklüfte, denn seitens der Bevölkerung ist alles klar: eine große Mehrheit der Bevölkerung verlangt rauchfreie Luft in allen Lokalen!  
Rund um Österreich hat die Erkenntnis schon längst eingesetzt, dass Gleichheitsgrundsatz, Einfachheit, Fairness, Kosteneinsparung und Freiheit von Ärgernissen in der Gastronomie nicht anders als durch ein generelles Rauchverbot zu erreichen sind. Stattdessen liefern Sie sich peinliche Grabenkämpfe, als ob es um Ihr persönliches Wohl ergehe, statt um das Wohl der Bevölkerung, das immerhin zu zwei Dritteln aus Nichtrauchern/innen besteht. Die Ausnahmen für die Gastronomie bei Arbeitnehmerschutzbestimmungen, Schadstoffverordnungen usw. sind aus meiner Sicht nicht rechtskonform und widersprechen dem Gleichheitsgrundsatz.  
Komplizierte Themen wie der EU-Vertrag werden ohne lange Diskussionen beschlossen. Auch bei den sehr oft sinnvollen Volksbegehren haben die Damen und Herren bei Wegwischaktionen kaum Skrupel. Die prinzipielle Ignoranz gegenüber der Bevölkerung und die Lust auch mal etwas entscheiden zu dürfen, dürfte wohl ziemlich tief liegen.  
Es ist Schade um jede Arbeitsstunde die Sie in Ihren Ämtern verbringen, wenn Sie nicht begreifen wollen, dass Raumtrennungen nicht die Lösung sind und seitens der EU ohnehin nicht lange halten werden (außer Spesen nichts gewesen). Es wäre also zu Ihrem und unserem Besten, wenn Sie sich doch für ein gerechtes und generelles Rauchverbot in der Gastronomie durchringen könnten, denn nur dann bleiben Sie glaubwürdig und kompetent und für uns wählbar. Ersparen Sie uns allen eine Menge Ärger: Die Mehrheit der Gastwirte will eine einheitliche Lösung und wir Nichtraucher/innen (75 Prozent) wollen keine weitere gesundheitliche Schädigung durch Passivrauchen in Lokalen.  
Vielleicht ist Ihnen aber auch die Blamage für Ihre dilettantische Verzögerungstaktik bewusst geworden und handeln nun endlich zum Wohle des Volkes, für das Sie ja vereidigt worden sind! Alles andere wird bei der nächsten Wahl für beide Parteien Folgen haben: für die Verhindererpartei ÖVP wie auch für die Umfallerpartei SPÖ!  Das politische Verständnis der Gesellschaft wird sich zukünftig in Richtung sachorientierte Direktdemokratie ändern müssen. Eine repräsentative Demokratie, speziell in einer Parteipolitik mit oftmaligem Klubzwang, ist dazu offensichtlich einfach nicht mehr in der Lage. 
Auf eine neue politische Generation in einer Zivilgesellschaft für eine zukunftsfähige sichere Welt.  
mit freundlichen Grüßen  
Harald J. Orthaber  
Dipl.-Ing./M.Sc. Dr.,  Landschaftsökologe 
 

Betreff: Rauchen in Filmen und Fernsehen 
Datum: Fri, 25 Jan 2008  
An das Bundesministerium für Gesundheit Familie und Jugend  
z.H. Frau Dr. Andrea Kdolsky  
  
Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin! Was wollen und können Sie unternehmen, dass in österreichischen Filmproduktionen und im Fernsehen  wesentlich weniger geraucht wird? Sind Sie bereit, eine Studie in Auftrag zu geben, die nachweisen kann, in wie viel Filmen und im Fernsehen völlig unnötig zur Zigarette, Zigarre oder Pfeife gegriffen wird? Ist Ihnen bewusst, dass Raucherinnen und Raucher auf dem Bildschirm Kinder und Jugendliche zum Rauchen verführen? Und wenn ja, was haben Sie bisher dagegen unternommen oder werden Sie in nächster Zeit aktiv dagegen tun? Übrigens werden nicht nur junge Menschen zum Rauchen verführt, sondern auch 10.000 erwachsene Raucher greifen ebenfalls zur Zigarette, wenn sie eine Raucherszene sehen, obwohl sie in diesem Moment gar nicht rauchen wollten. 
Gerade in Fernsehfilmen sind rauchende Darstellerinnen und Darsteller "Sympathieträger" für eine verrauchte Gesellschaft. Wer, außer der "Tabak - Nikotindrogenindustrie" kann daran Interesse haben? Wenn schon in kleinsten Konfliktsituationen oder beim Nachdenken der "Tschick" als Lösung angesehen wird, dann braucht sich wohl niemand wundern, wenn junge Menschen ebenfalls beim Denken und bei der Bewältigung von Schwierigkeiten zur Zigarette greifen. Zudem trägt das Rauchen im Fernsehen und in Filmen dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene das Rauchen gesellschaftlich weiterhin als völlig normal ansehen und dass das Passivrauchen weiterhin geduldet werden muss. Ein verhängnisvoller Trugschluss! 
2003 stand der Weltnichtrauchertag unter dem Motto. "Rauchfreie Mode und Filme". Die Regierung hat seinerzeit nichts in dieser Richtung unternommen.  Wir verlangen wirkungsvolle Maßnahmen, damit der indirekten Tabakwerbung in Filmen und im Fernsehen ein Riegel orgeschoben wird. Das kann und wird das gemeinsame Ziel, nämlich "Rauchfrei leben zur Norm zu machen", ein Stück näher bringen. 
In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleiben wirmit freundlichen Grüßen 
Bundesleiter Robert Rockenbauer 
 
Schutzgemeinschaft fordert generelles Rauchverbot  
  
Für Kompromisshandlungen gebe es keine medizinische Begründung. Die Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher fordert in einem Schreiben Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky auf, angesichts der gravierenden Schäden des Aktiv- und Passivrauchens einen umfassenden und ausnahmslosen Schutz aller Menschen vor Tabakrauch in geschlossenen Räumen sicherzustellen. Wenn über deren Schädlichkeit nichts mehr zum diskutieren, sondern nur mehr zur Kenntnis zu nehmen sei, so Bundesleiter Robert Rockenbauer aus Innsbruck, dann müsse eine rasche Umsetzung eines solchen umfassenden Nichtraucherschutzes oberste Priorität bei der Gesundheitsministerin haben. Eine friedliche Koexistenz könne es wegen der Gesundheitsgefährdung durch das Rauchen nicht geben. Für Kompromisshandlungen gebe es keine medizinische Begründung.  
Ein generelles Rauchverbot mit Sanktionen an öffentlichen Orten und in der Gastronomie sei zwingend notwendig. Das würde viele Probleme lösen und nicht neue schaffen, so Rockenbauer. Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie spare den Wirten Kosten und verhindere einen Wettbewerbsnachteil, sei gerecht, weil es für alle gleich gälte und schütze Gäste wie Personal vor der schädlichen Einwirkung des Tabakrauches.  
Unterstützung bekommt die Schutzgemeinschaft nun auch von der Österreichischen Hotelier-Vereinigung, die von der Politik ein Ende des "Eiertanzes" verlangt. Es sei sinnlos, in Raumtrennung und intensivere Belüftung zu investieren, wenn bald mit einem absoluten Rauchverbot der EU zu rechnen sei.  
Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher  
Bundesleiter Robert Rockenbauer  
++++++++++++++++  
Anbei eine  Information,  die über   office@tiscover.com   versendet wurde.  

Insider Informationen  
Hoteliers für generelles Rauchverbot  
ÖHV fordert klares Machtwort der Politik -„Der Eiertanz muss ein Ende haben“  

Während sich die Wirtschaftskammer weiterhin mit allen Mitteln gegen eine dem benachbarten Bayern vergleichbare Rauchfreiheit wehrt, geht die ÖHV den umgekehrten Weg. „Durch den ewigen Eiertanz der Politik stehen die Wirte zwischen den Stühlen“, begründet ÖHV-Präsident Peter Peer der Wunsch nach einem „klaren Machtwort der Politik“.  
Der Weg sei eindeutig durch die EU vorgezeichnet und es sei nicht sinnvoll zu warten, bis die Rauchfreiheit in Gastronomiebetrieben von Brüssel verordnet werde. Als österreichische Spezialität erweist sich just die Gesundheitsministerin um die finanzielle Gesundheit der Gastronomie höchst besorgt. Sie will Lokale bis 75 m2 weiterhin für Raucher offen halten. Peers Präsidentenzwilling Sepp Schellhorn bringt es auf den Punkt: „Wir beanspruchen immer Sonderstellungen innerhalb der EU und scheitern mit diesem Wunsch regelmäßig. Auch mit dieser Verweigerungspolitik würden wir scheitern“. Weil es vor diesem Hintergrund sinnlos sei, in Raumtrennung und intensivere Belüftung zu investieren, sollte das absolute Rauchverbot bald verordnet werden.  
Peer ist bewusst, dass die ÖHV für das Vorpreschen „Ohrfeigen kassieren“ werde. Obwohl entsprechender Präsidiumsbeschluss vorliegt ist die Maßnahme auch innerhalb der Hoteliervereinigung nicht unumstritten. Vor allem, wie „generell“ das Rauchverbot sein soll. Überwiegend wird die Forderung so interpretiert, dass die Rauchfreiheit in allen Speiseräumen umgesetzt werden soll. Offen ist, ob auch Hotelbars und Gästezimmer inkludiert sind. Das Thema bleibt emotional besetzt, wie bereits Austrittdrohungen einzelner ÖHV-Mitglieder belegen.  
Viele Hoteliers registrieren inzwischen aber den Druck ? vor allem ausländischer Gäste. Raucher, die daheim strengere Nichtraucherregeln gewohnt sind, akzeptieren diese auch im Urlaub. Während Nichtraucher diese am Urlaubsort immer häufiger aktiv einfordern. Deshalb ist die ÖHV überzeugt, mit der Forderung nach Rauchfreiheit im Interesse ihrer Mitarbeiter und Gäste zu handeln. 
 

Innsbruck, am 25.1.2008 

An das Bundesministerium für Gesundheit Familie und Jugend  
z.H. Frau Dr. Andrea Kdolsky  
andrea.kdolsky@bmgfj.gv.at  

Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin!  
Was wollen und können Sie unternehmen, dass in österreichischen Filmproduktionen und im Fernsehen wesentlich weniger 
geraucht wird?  
Sind Sie bereit, eine Studie in Auftrag zu geben, die nachweisen kann, in wie viel Filmen und im Fernsehen völlig unnötig zur 
Zigarette, Zigarre oder Pfeife gegriffen wird?  
Ist Ihnen bewusst, dass Raucherinnen und Raucher auf dem Bildschirm Kinder und Jugendliche zum Rauchen verführen? Und wenn ja, was haben Sie bisher dagegen unternommen oder werden Sie in nächster Zeit aktiv dagegen tun? Übrigens werden nicht nur junge Menschen zum Rauchen verführt, sondern auch 10.000 erwachsene Raucher greifen ebenfalls zur Zigarette, wenn sie eine Raucherszene sehen, obwohl sie in diesem Moment gar nicht rauchen wollten.  
Gerade in Fernsehfilmen sind rauchende Darstellerinnen und Darsteller "Sympathieträger" für eine verrauchte Gesellschaft. Wer, außer der "Tabak - Nikotindrogenindustrie" kann daran Interesse haben? Wenn schon in kleinsten Konfliktsituationen oder beim Nachdenken der "Tschick" als Lösung angesehen wird, dann braucht sich wohl niemand wundern, wenn junge Menschen ebenfalls beim Denken und bei der Bewältigung von Schwierigkeiten zur Zigarette greifen. Zudem trägt das Rauchen im Fernsehen und in Filmen dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene das Rauchen gesellschaftlich weiterhin als völlig normal ansehen und dass das Passivrauchen weiterhin geduldet werden muss. Ein verhängnisvoller Trugschluss! 
2003 stand der Weltnichtrauchertag unter dem Motto. "Rauchfreie Mode und Filme". Die Regierung hat seinerzeit nichts in dieser Richtung unternommen. Wir verlangen wirkungsvolle Maßnahmen, damit der indirekten Tabakwerbung in Filmen und im Fernsehen ein Riegel vorgeschoben wird. Das kann und wird das gemeinsame Ziel, nämlich "Rauchfrei leben zur Norm zu machen", ein Stück näher bringen.  
In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleiben wir  
mit freundlichen Grüßen  
Bundesleiter Robert Rockenbauer  
 

Verfehlte Gesundheits- und Familienpolitik: Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky ver(be)hindert Nichtraucherschutz  

1. Gesundheitspolitik:  
Trotz eindeutiger Fakten hat die zuständige Ministerin bis zum heutigen Tag einen effektiven Nichtraucherschutz verhindert. Geradezu skandalös ist ihre in der österreichischen Presse kürzlich kolportierte (falsche) Aussage, 50 Prozent der ÖsterreicherInnen seien Raucher, weshalb ein generelles Rauchverbot nicht realisierbar sei. Ich frage mich, wessen Interessen die zuständige Ministerin eigentlich vertritt. Die ÖVP sollte sich an den Politikern z.B. in Italien, Irland, Großbritannien, Norwegen, etc. ein Beispiel nehmen und mehr Verantwortungsbewusstsein in Sachen Gesundheit zeigen, anstatt weiterhin Lobbyismus zu betreiben. Ich erwarte von der ÖVP, dass erstens ein generelles Rauchverbot nach dem Beispiel Englands initiiert wird und 
zweitens die entsprechenden Gesetze mit Sanktionen versehen werden. „Sanktionslose“ Gesetze sind eine Verhöhnung des Bürgers und bedeuten darüber hinaus eine Aushöhlung des Rechtsstaates.  
Im übrigen möchte ich grundsätzlich festhalten: Wer - wie Minister und Abgeordnete - verfassungsmäßig dem Gemeinwohl verpflichtet ist und aktiv Tabakprävention und einen effektiven Nichtraucherschutz verhindert, ist nicht nur politisch, sondern auch moralisch für den Tod vieler ÖsterreicherInnen verantwortlich.  
Ich werde die Problematik u.a. in meinem interdisziplinären Seminar an der Universität Innsbruck über „Ethische Fragen der Drogenpolitik (unter besonderer Berücksichtigung der Nikotinsucht)“ im kommenden Wintersemester behandeln: http://hanskoechler.com/koechler-lv-ws2007-08.htm#(II).  

2. Familienpolitik:  
Da die zuständige Ministerin ihr nicht familiengerechtes Privatleben nach den Regeln des Seitenblicke-Journalismus fortlaufend öffentlich macht und - laut Medienberichten - sogar den Standpunkt vertreten soll, sie hätte deshalb keine Kinder, weil diese auf Kosten der Beziehung zum Partner gingen - ein Standpunkt, der, sollte er den Tatsachen entsprechen, die absolute Antithese zu einer seriösen Familienpolitik darstellt -, stellt sich mir wie vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern die Frage, warum jemand, der in seinem Lebenswandel die Werte der Familie so offenkundig negiert, ausgerechnet das Familienministerium zugewiesen bekommt. 
Als Bürger erwarte ich von der ÖVP, dass die Partei in der Familien- und Gesundheitspolitik glaubwürdig agiert und dass man dem Bundespräsidenten eine neue Ressortleiterin/einen neuen Ressortleiter vorschlägt, die/der moralisch integer und nicht nikotinsüchtig ist. Ich bin überzeugt davon, dass es in Ihrer Partei durchaus kompetente und glaubwürdige KandidatInnen für dieses so wichtige Amt gibt, die ihre Aufgabe nicht nach den Regeln der Seitenblicke- und Spaßgesellschaft verstehen. Damit Sie mich nicht missverstehen, halte ich fest, dass mich das Privatleben der ÖsterreicherInnen in keiner Weise tangiert bzw. interessiert - solange jemand nicht ein öffentliches Amt ausübt, das die persönliche Integrität des Amtsinhabers zwingend 
voraussetzt. Wer in unserer Republik Gesundheits- und Familienminister sein will, muss - insbesondere dann, wenn er das Privatleben an die Öffentlichkeit trägt - die Ziele des Ministeriums (Förderung der Gesundheit und der Familie) auch durch seinen Lebenswandel glaubwürdig vertreten. Wer dies nicht kann oder will, möge sein Glück - ohne jede Einmischung meinerseits - im Privaten suchen. Für ein Amt, das dem Gemeinwohl dient, ist eine solche Person nicht geeignet. 

Mit den besten Empfehlungen 
Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Köchler, 27. August 2007 
Bundesleiter-Stellvertreter der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher 
 

soziale Ächtung (zu „Rauchen jetzt erst recht?“)  
Richtig, die Freiheit des Einzelnen hört dort auf, wo die des anderen beginnt. Im übrigen verhält es sich mit der totalen Freiheit und dem vermeintlichen Recht auf Selbstbestimmung nicht so, wie es Raucher einem gern glauben lassen wollen. Wir leben ja nicht in einer Anarchie. Es gibt zig andere Gesetze, die die Freiheit eines jeden Bürgers beeinträchtigen. Streng genommen beeinträchtigt jedes Gesetz die Freiheit. Schließlich käme heutzutage auch kaum jemand mehr auf die Idee, die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Autobahn als Einschnitt in seiner Freiheit zum Schnellfahren zu kritisieren. Als diese in den 70er Jahren eingeführt wurde, beschwerten sich noch viele Leute. Heutzutage würde es keiner wagen, dies zu fordern, da er sowohl als Umweltsünder als auch als Gefährder des Gemeinwohles gelten würde.  
Irgendwann wird es hoffentlich auch in Österreich soweit sein, dass die Gesellschaft erkennt, dass das Rauchen in einem geschlossenen öffentlichen oder öffentlich zugänglichem Raum nicht tolerierbar ist. Wichtig ist, dass die Intoleranz der Raucher in der Gesellschaft erkannt wird. Das hilft nicht nur der Akzeptanz notwendiger Gesetze. Im Normalfall müssten Raucher sich in der Gesellschaft schuldig fühlen und mit bösen bzw. fassungslosen Blicken und auch Kommentaren der Mitmenschen bestraft werden, ähnlich wie die Raser auf der Autobahn. In den Vereinigten Staaten z.B. würde ein solches Verhalten von Rauchern, wie Sie es oben beschreiben, als extrem unhöflich und schlecht erzogen gelten. Ein normaler Mensch würde so etwas daher niemals wagen (das „jetzt erst recht zu rauchen“), schon gar nicht in Begleitung einer Dame oder der Familie. Er wäre gesellschaftlich total unten 
durch.  
Hier in Österreich gilt es nun, auf gesellschaftlicher Ebene dieses Gedankengut, wie Sie es oben beschreiben (nämlich dass es eigentlich eine kriminelle Handlung ist, die noch dazu andere Leute - vor allem Kinder - schädigt), so weit wie möglich zu verbreiten. Jeder für sich im Bekannten - u. Verwandtenkreis, in der Erziehung der Kinder, vor Schülern und Studenten. Dies ist nach dem gesetzlichen Scheitern der wichtigste Auftrag aller Nichtraucher, dafür zu kämpfen, dass die Wahrheit über die Schädlichkeit des Passivrauchens ans Licht kommt. Unsachliche Argumente dürfen wir nicht gelten lassen und die Diskussion mit Rauchern im Lokal nicht scheuen, bis es sich gesellschaftlich so manifestiert hat, dass der Raucher es sich zweimal überlegen wird, mit Nichtrauchern anzuecken. Die „jetzt-erst-recht“ Haltung ist ja letztendlich bloß ein (hoffentlich kurzes) Aufbäumen einiger 
unbelehrbarer Wichtigtuer aus der Raucherfraktion. Viele halten sich ja an die Vorschriften. Leider reicht ein einziger Raucher aus, um aus einem rauchfreien Abteil oder Gebäude, ein gesundheitsgefährdendes Objekt zu machen.  
Wir müssen aktiv darum kämpfen, dass diesen „jetzt-erst-recht-Rauchern“ soziale Ächtung zuteil wird. Genauso wie sich zunehmend weniger Hundebesitzer trauen, den Kot ihrer vierbeinigen Freunde auf der Strasse nicht zu entsorgen in Anwesenheit anderer Passanten. Genauso ist es wichtig, dass sich Raucher an Orten mit Rauchverbot unwohl fühlen, wenn sie dort ihrer Sucht nachgehen wollen. Irgendwann wird es ihnen zu blöd werden; wir müssen es ihnen einfach so schwer wie möglich machen. Die beste Waffe ist das Einbringen der von Ihnen erwähnten Argumente.  
Nur Mut. Sich bloß nicht verschrecken lassen von deren Aggressivität und Provokation. Klar, dass nur ein gesetzliches Verbot die absolute Rauchfreiheit bewirken kann, aber die gesellschaftliche Grundhaltung zu dem selben wird neben den Sanktionen maßgeblich sein für dessen Einhaltung! Außerdem würde eine gesellschaftliche Grundhaltung, die dem Rauchen kritischer gegenübersteht als die momentane, leichter zu entsprechenden Gesetzen führen, da die Politiker dann eine noch größere Mehrheit der Wähler auf ihrer Seite wüssten. Momentan sind noch zu viele Nichtraucher passiv und die Raucher scheren sich nicht um die Einhaltung der Gesetze, weil sie ohne Sanktionen nichts zu befürchten haben. Soziale Ächtung wäre das Mindeste. Daneben aufklären, aufklären und nochmals aufklären. Durch direkte Gespräche! Das ist unsere beste Möglichkeit neben Lobbying, wo wir schlechtere Karten haben als die Tabakwirtschaft.  
Stefan Bruckner, Wien  

Rauchen - negatives Image (zu „Rauchen jetzt erst recht?“) 
Es gehört zum Verhalten von Drogenabhängigen, dass sie relativ blind für soziales Verhalten und primär nur darauf bedacht sind, ihre Sucht zu befriedigen. Dies ist auch der Grund, warum die Nikotiniker derzeit wie aufgeschreckte Wespen reagieren, weil ihnen immer mehr die Gelegenheiten zur Suchtbefriedigung genommen werden. Manche werden auffällig aggressiv oder geraten fast in Panik. Wir sollten immer wieder auf diesen Zusammenhang hinweisen, damit die Nikotindrogensucht bzw. Nikotinkrankheit deutlich wird.  
Der propagierte „Genuss“ des Rauchens ist also bei diesen Kranken in der Regel nichts anderes als die Wiederherstellung eines Normalzustandes durch die Nikotinzufuhr. Man sollte also Nikotin-Drogenkranken wegen des Nichtraucherschutzes, aber auch wegen ihres eigenen Gesundheitsschutzes (Fürsorgegedanke) nicht mit Rauchgelegenheiten entgegenkommen, sondern sie durch umfassende und ausnahmslose Rauchverbote anhalten, sich entwöhnen zu lassen. Dieses Anliegen wird gefördert, wenn das Rauchen mit einem negativen Image (z.B. Begriffe wie Drogensucht, Nikotinkrankheit) verbunden wird. 
H. Weber  
 

Nichtraucherschutz inakzeptabel (zu „Rauchen jetzt erst recht?“)  
Sehr geehrter Herr Pregetter!  
Sie haben mit Ihrer Argumentation völlig Recht. Wir unterstützen Sie hundertprozentig und werden auf politischer Ebene alles versuchen, um einen bestmöglichen NichtraucherInnen-Schutz zu erreichen. Derzeit sind wir ja noch meilenweit davon entfernt. Der vorliegende Gesetzesentwurf von Ministerin Kdolsky ist eine reine Augenauswischerei. Es gibt zu viele Ausnahmen und zu lange Übergangsfristen. Nach wie vor ist das Rauchen Todesursache Nummer eins und eine Lösung dazu bis ins Jahr 2012 hinausschieben zu wollen, wie es die ÖVP offenbar geplant hat, ist völlig inakzeptabel. Wir werden uns verstärkt dafür einsetzen, dass NichtraucherInnenlokale in Österreich künftig die Norm sind.  
Ihr Dialogbüro der Grünen 

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